Ersthilfe

Vielleicht haben Sie dies auch erlebt:

Während eines Verkehrsunfalls und auch kurz danach erleben Beteiligte oder auch Zeugen im Allgemeinen eine hohe Anspannung verbunden mit Gefühlen von Hilflosigkeit und Angst. Dieses Erleben ist unabhängig von der Schwere des Unfalls und den Betroffenen oftmals nicht bewusst. Nach dem Unfall können sich diese Gefühle verstärken und zu einer schwerwiegenden Belastung werden. 

Die medizinische Versorgung körperlicher Verletzungen von Verkehrsunfallopfern (z. B. durch notärztliche Hilfe oder das Rettungsdienstpersonal) erfolgt in der Regel zeitnah und zuverlässig noch an der Unfallstelle. Psychologische Fremdhilfe ist hingegen nicht immer vorhanden. Fremdhilfe, die sich um die psychologische Betreuung von Unfallopfern am Unglücksort kümmert, kann nur von einer Zentralstelle (z. B. Rettungsleitstelle) angefordert werden. Sie selbst, als betroffene Person, können diese Hilfe nicht gezielt anfordern.

Was bedeutet Psychologische Ersthilfe bzw. Fremdhilfe?

Im Vordergrund steht die sogenannte psychosoziale Krisenintervention. Deren Helferinnen und Helfer  kümmern sich um (unverletzte) Unfallbeteiligte, deren Angehörige und ggf. auch um die professionellen Helfenden vor Ort. Ihr Ziel ist es, zu beraten und zu stützen.

Wer bietet Psychologische Fremdhilfe an?

Kriseninterventionsteams (KITs) betreuen in der Regel unverletzte Unfallbeteiligte und deren Angehörige. Sie werden von öffentlichen Stellen (z. B. Gesundheitsbehörden) eingerichtet und von einer zentralen Leitstelle aus zu akut traumatisierenden Unfällen, Notfällen oder Katastrophen entsandt.

Notfallseelsorgende betreuen u. a. Unfallopfer und deren Angehörige vor Ort. Sie werden hauptsächlich von der katholischen sowie der evangelischen Kirche geschult. Die Alarmierung erfolgt meistens bei Großschadensereignissen über die Leitstellen der Rettungsdienste, Polizei oder Feuerwehr. 

Dieser Dienst ist ähnlich wie das KIT organisiert. Manchmal kümmert sich die PNV / PSNV beinahe ausschließlich um dienstliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer öffentlichen Einrichtung, z. B. um Feuerwehrleute nach schweren Einsätzen. Notfallseelsorgende können Teil dieser Versorgung sein.

Einige große Firmen und Behörden oder Dienststellen haben in Kooperation mit den zuständigen Berufsgenossenschaften oder Unfallkassen ein Netz von psychologischen Ersthelfenden aufgebaut. Ähnlich wie medizinische Ersthelferinnen und Ersthelfer kommen sie an die Unfallstelle, sobald Ihr Unternehmen oder Ihre Behörde sie entsprechend alarmiert hat.

Psychologische Ersthelfende sind meistens  Beschäftigte des jeweiligen Unternehmens oder der Dienststelle und sind speziell geschult. Dennoch sind sie Laienhelfer. Sie kümmern sich um Ihre persönlichen Belange, geben Zuspruch und praktische Hilfen (Lotsenfunktion). Unfälle auf den Wegen von und zur Arbeit ebenso wie Unfälle auf Dienstfahrten, sind gesetzlich gesehen sog. Arbeitsunfälle.

 


Wie können Sie sich selbst helfen?

Hilfe kann in der Unfallsituation, aber auch später von Ihnen selbst kommen, wenn Sie wie folgt vorgehen. 

S: Finden Sie Sicherheit - „Ich brauche und suche jetzt Schutz.“

Versuchen Sie, wenn irgendwie möglich, die Gefahrenzone zu verlassen und Schutz zu finden. Im ersten Augenblick befinden Sie sich im Schock und haben die Übersicht verloren. 

H: Rufen Sie um Hilfe, bzw. fordern Sie Hilfe an -  „Ich brauche dringend Hilfe.“ Meistens bemerken Sie selbst noch nicht alle Schäden und Verletzungen.

K: Versorgen und schützen Sie Ihren eigenen Körper -  „Ich sollte Schlimmeres an meinem Körper verhindern.“ Ihr Körper kann verletzt worden sein, ohne dass Sie genau wissen, wo und was geschädigt wurde.

G: Schützen Sie Ihre eigenen Gefühle und suchen Sie nach Möglichkeit einen emotional geschützten Ort auf - „Ich brauche jemand, der sich um mich kümmert und bei mir bleibt.“ Bitten Sie z. B. andere Menschen, Sie an einen ruhigen Ort zu bringen.

Wie weiß ich, ob ich Hilfe brauche?

Hier finden Sie eine Liste mit Beschwerden, die typischerweise nach dem Erleben eines Verkehrsunfalls auftreten (Trauma-Check). 

Suchen Sie sich professionelle Hilfe (Schnelle Hilfe).

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